Quecksilber

Quecksilber-Belastung-Bestimmung

Die chronische, schleichende Belastung unseres Körpers mit Quecksilber ist aus zwei Gründen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Einerseits gelangen, trotz grossen Anstrengungen, nach wie vor riesige Mengen dieses Schwermetalls in die Luft, Boden, Grundwasser und somit in die Nahrungskette und andererseits besteht Quecksilberbelastung durch Amalgamfüllungen.

Mit den heutigen einfachen und analytisch zuverlässigen Analysenmethoden ist die quantitative Bestimmung von Quecksilber im Blut und Urin zur Routine geworden. Dabei verwenden wir Atomabsorptionsspektrometer (AAS) und Anreicherungssystem von der Firma Varian. Das Messprinzip beruht auf einer Reduktion der Quecksilberionen im aufgeschlossenen Blut mittels Zinnchlorid zu Quecksilberatomen, die in Dampfform gebracht werden, worauf ihre Extinktionen mittels AAS gemessen werden.

Die physiologisch unerwünschten Metalle wie z.B. Quecksilber sind Enzymgifte, indem sie die lebensnotwendigen Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Eisen, Zink, Mangan, Selen… aus ihren Bindungen mit den Enzymen verdrängen und so zu erheblichen Störungen von grundlegenden Stoffwechselfunktionen führen. Welche Krankheiten oder Störungen dabei auftreten, hängt ganz allein davon ab, welche der vielen hundert Enzymsysteme in unserem Körper von der ”Belagerung” betroffen sind. Die Liste von möglichen Folgen bzw. Symptomen von Quecksilberbelastung ist gross: Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Infektanfälligkeit, Immunsystemschwäche, Schlafstörungen, Depressionsgefühle, Schwindel, Hörstörungen, Muskelschwäche, Bauchschmerzen, Durchfälle, Gelenkschmerzen, Störungen des Kollagenstoffwechsels usw.

Neben den toxischen Wirkungen des Quecksilbers weisen verschiedene Autoren auf eine mögliche Allergie gegenüber Amalgamfüllungen hin und es ist bekannt, dass nach Einsetzen vom Amalgamplomben die Menge an T-Helferzellen bis zu 50% absinken kann, was einer Immunsystemschwäche gleich kommt.

Da die Folgen von chronischen Quecksilberbelastungen in der Regel erst nach mehreren Monaten bis Jahren manifest werden, wird die dezente Korrelation zur Ursache, beispielsweise Amalgamfüllungen, oft nicht mehr erkannt. Allerdings ist es in der Praxis nicht einfach, zwischen allergisierenden und toxischen Einflüssen zu differenzieren.

Das orthomolekulare Therapiekonzept bei Quecksilberbelastungen hat zum Ziel:

Schonende Ausleitung des Schwermetalls ohne die Elimination der metallhaltigen Coenzyme bzw. der Spurenelemente selber (z.B.Selen, Zink) zu provozieren.

Dazu gehören auch:

– optimale, dem körpereigenen Bedarf exakt angepasste Ernährung (Vollwerternährung)

– gezielte Zufuhr derjenigen Nährstoffe, die nachweislich nicht genügend mit der täglichen Nahrung abgedeckt werden (biochemische Individualität!) mittels orthomolekularer Nahrungsergänzungsprodukte (z.B. Selen)

–  Beschleunigung der Ausscheidung von Schadstoffen, die sich bereits im Gewebe angesammelt haben unter medizinischer Kontrolle (Mobilisation mittels Komplexbildnern wie DMPS oder EDTA)

–  Substitution verschiedener Spurenelemente wie z.B. Zink, Mangan, Selen zur Förderung der Elimination der toxischen Metalle und Kompensation einer eventuellen Elimination erwünschter Metalle durch Antidote (z.B. DMPS oder EDTA)

Der Münchner Toxikologe Daunderer entwickelte einen standardisierten DMPS-Test, heute die wahrscheinlich empfindlichste und am weitesten verbreitete Untersuchungsmethode um gespeichertes Quecksilber aus den Organen zu mobilisieren und im Urin zur Ausscheidung zu bringen. Bei diesem Test wird vor und nach Gabe des Komplexbildners Dimercaptopropansulfat (DMPS) die Quecksilberausscheidung im Urin bestimmt und je nach Testergebnis eine entsprechende Therapie empfohlen.