Mangan

Einleitung

Mangan ist grösstenteils an Eiweiss gebunden und deshalb ähnlich wie Zink an zahlreichen enzymatischen Funktionen als Aktivator oder als Bestandteil beteiligt. Bei Mangel kann es daher zu schweren Ausfallerscheinungen kommen, so wird unter anderem der Zuckerstoffwechsel verändert (wie bei Chrommangel). Die meisten manganhaltigen Enzyme spielen im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel eine Rolle. Besonders bekannt ist es als unverzichtbarer Bestandteil des Enzymes Superoxid-Dismutase (SOD), das als Antioxidans vor dem Einfluss freier Radikale schützt, sowie als Bestandteil der Enzyme Pyruvatcarboxylase und Malatenzym im Zitronesäurezyklus.Mangan ist ein essentielles Spurenelement, das heisst es muss dem Körper täglich in ausreichender Menge zugeführt werden. Die Resorption geschieht bis zu 40% im Darm, die Ausscheidung ist sehr effektiv und erfolgt überwiegend durch den Stuhl, die Gefahr einer oralen Vergiftung ist somit minimal.

Mangan ist im menschlichen Skelett in relativ hohen Konzentrationen gespeichert. Der gesamte Körper eines erwachsenen Menschen enthält ca. 10-40 mg Mangan.  

Funktionen und Bedeutung für den Körper

Antioxidans: Von grosser Bedeutung ist Mangan als indirektes Antioxidans, wobei es als Bestandteil der Superoxiddismutase (SOD, in Mitochondrien aktiv) einen Schutz gegenüber freien Radikalen bietet.

Neurotransmitterregulation im Gehirn: Mangan übernimmt eine wichtige Rolle bei der Nervenimpulsübertragung als Aktivitätsmodulator von Neurotransmittern (dies aufgrund der regulierenden Funktion des zyklischen Adenosinmonophosphat (AMP) für mehrere Neurotransmitter). Mangan stimuliert auch die Adenyl-Zyklase-Aktivität im Gehirn. Nebst der Wirkung auf vermehrte Produktion von zyklischem AMP, wirkt das Mangan-Ion als Kalziumblocker vermutlich vor allem im Zentralnervensystem.

Mangan ist wichtig für den Auf- und Abbau der Eiweissstoffe und Nukleinsäuren. Untersuchungen ergaben, dass für die Initiation der RNS-Ketten Mangan wirkungsvoller ist als Magnesium.

Synthese von Proteoglycanen in Knorpel und Knochen: Mangan fördert den Aufbau des Bindegewebes und Knorpels, namentlich unterstützt es den Aufbau der Gewebeproteine (Kollagenbildung).

Enzymatische Funktion: Es aktiviert als cofaktorierender Bestandteil bestimmte Enzyme. So führt denn auch ein Manganmangel zur Herabsetzung der Enzymaktivität, was aber beim Menschen bislang kaum beobachtet wurde. Ausserdem sind die für den Histaminabbau essentiellen Enzyme mangandependent. Weiter sind der Glukose- und Fett-Metabolismus, der Cholesterinaufbau und die Sexualhormon-Synthese von Mangan-Enzymen abhängig. Des weiteren ist Mangan Bestandteil des Enzyms Pyruvatcarboxylase und der Adenylzyklase. Mangan aktiviert zudem Phosphatasen und die Arginase (aktiviert Harnstoffbildung).

Verwertbarkeitssteigerung: Mangan steigert die Verwertbarkeit von Vitamin B1 (Thiamin).

Blutgerinnung: Zusammen mit Vitamin K unterstützt Mangan bei der Blutgerinnung die Bildung von Prothrombin.  

Vorkommen in der Nahrung

Mangan kommt hauptsächlich in Vollwertprodukten und weniger in Fleisch vor, was zur Folge hat, dass Vegetarier normalerweise kaum Mangel an Mangan aufweisen, was aber bei sich normal Verköstigenden oft latent der Fall sein kann.

Die Aufnahme kann durch verschiedene Nahrungsbestandteile, insbesondere durch Phosphate, Phytate, Zellulose, Kalzium und Eisen behindert werden. Hingegen scheinen Östrogene die Manganaufnahme im Darm zu verbessern. Entsprechend dem Gehalt solcher resorptionsbeeinflussender Bestandteile liegt die Bioverfügbarkeit zwischen 5-60%. Ca. 5-40% des Mangans werden im Darm resorbiert.

Eine Mangan-Supplementierung muss ausreichend hoch dosiert und langfristig geplant werden. Die Wirkung ist aber oft erst nach Monaten ersichtlich. In jedem Fall ist die Kombination von Mangan mit Zink wirksamer als jedes der beiden Elemente für sich allein.

Nahrungsmittel  MengeMangangehalt
Haferflocken
Sojamehl, vollfett
Weizenvollkornmehl
Haselnüsse
Weizenvollkornbrot
Weizenkeime
Weisse Bohnen
Reis, unpoliert
Walnüsse, Mandeln
Schwarztee
100g
100 g
100 g
100 g
100 g  
25 g  
100 g
100 g
100 g
100 g
4,9 mg
4,0 mg
3,4 mg
5,8 mg
2,3 mg
2,3 mg
2,0 mg
1,1 mg
2,0 mg
0,1-0,2 mg

Empfohlene Tagesdosis

Der Tagesbedarf ist ein zur Verhinderung von Mangelerscheinungen nicht zu unterschreitender Wert.

Die tägliche Aufnahme in Mitteleuropa bei Normalkost liegt bei ca. 2-3 mg, bei vollwertiger Kost oder vegetarische Kost bei bis zu 7 mg pro Tag.

Erhöhter Bedarf

– Bei Behinderung der Mangan-Darm-Aufnahme durch Faktoren wie hohe Kalzium- oder Eisenzufuhr, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum und Langzeiteinnahme von

 Psychopharmaka steigt der Manganbedarf.

Kleinkinder:  

In der Entwicklungsphase ist zur Ausbildung des Vestibularteils des Innenohrs eine erhöhte Manganzufuhr notwendig, ein Mangel kann Gleichgewichtsstörungen zur Folge haben. Auch Kleinkinder mit Problemen beim Laufen lernen, sollten eine höhere tägliche Manganmenge erhalten.  

Jugendliche, die an Wachstumsschmerzen leiden, können ihre Beschwerden oft mit einer zusätzlichen täglichen Mangandosis lindern oder ganz zum Verschwinden bringen.