Was ist Orthopädie?

Die Orthopädie beschäftigt sich mit den verschiedenen Krankheitsbildern des Bewegungs- und Stützapparates des menschlichen Körpers, genauer gesagt mit Krankheitsbildern der Knochen, Muskeln, Bänder etc. Orthopäden müssen zunächst das Medizinstudium absolvieren, welches in der Regel zwölf Semester in Anspruch nimmt, und anschliessend noch eine Weiterbildung zum Facharzt im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Diese dauert ebenfalls sechs Jahre. Orthopäden sind also topausgebildete, spezialisierte Fachleute.

Orthopädie füsse
Orthopädie: Krankheitsbildern des Bewegungs- und Stützapparates

Für was ist ein Orthopäde zuständig?


Orthopäden werden in unterschiedlichen Bereichen tätig. Unterschieden werden „konservative“ Tätigkeitsfelder, also Felder ohne invasive Operationen, und die operative Orthopädie, in welcher Chirurgen tätig sind. Durch die zusammengelegte Weiterbildung ist das Tätigkeitsfeld der Orthopäden demnach sehr weit gefasst.
Im jeweiligen Tätigkeitsfeld ist der Orthopäde sowohl für die Diagnose als auch für die Therapie zuständig.

Was sind orthopädische Probleme / Krankheitsbilder?

Wirbelsäule Orthopädie
Ein Orthopäde behandelt die Fehlstellung der Wirbelsäule


Klassische orthopädische Krankheitsbilder sind beispielsweise degenerative Erkrankungen der Gelenke, unter anderem Arthrose.
Auch Fehlbildungen wie nach dem bekannten Contergan-Skandal werden typischerweise von Orthopäden behandelt, ebenso wie Fehlstellungen der Füsse, der Wirbelsäule oder des Kiefers.
Weiterhin werden auch Bänderrisse, Knochenbrüche und Muskelfaserrisse von Orthopäden behandelt.
Zudem ist der Kinderorthopäde ein gefragter Spezialist bei Krankheitsbildern wie Klumpfuss, Patellaluxationen, Hüftdysplasien und weiteren Gesundheitsproblemen. In Fällen wie Lähmungen, Zerebralparesen oder Muskeldystrophien kommen häufig interdisziplinäre Teams zum Einsatz, in denen neben den Orthopäden auch Psychologen, Intensivmediziner oder Pädiater arbeiten.

Welche Behandlungsmethoden werden in der Orthopädie angewandt?

Gymnastik orthopädie
Krankengymnastik


In der klassisch konservativen Orthopädie wird vor allem auf Krankengymnastik, Elektrotherapie, medikamentöse Therapien und Physikalische Therapien zurückgegriffen. Letztere umfasst beispielsweise Massagen, Thermotherapie (Wärmebehandlung), Ergo- und Hydrotherapie (Wasserbehandlung).

Wie gut stehen die Heilungschancen?

Kraftübung Orthopädie
Kraftigung des Bewegungsapparates


Eine pauschale Prognose zu Heilungschancen abzugeben ist nicht möglich, da es von Fall zu Fall grosse Unterschiede geben kann. So ist beispielsweise ein gebrochener Fuss in dem einen Fall möglicherweise leichter zu therapieren als in einem anderen Fall, weil der Patient oder die Patientin ein höheres Mass an Mitarbeit an den Tag legt oder im Alltag auf mehr Unterstützung durch Freunde, Familie oder Arbeitskollegen und -kolleginnen zurückgreifen kann.
Auch von der genauen Arbeitsweise des Orthopäden oder der Orthopädin hängt sehr viel ab. Studien haben gezeigt, dass eine aktive Behandlung, in der Patienten Kräftigungsübungen für die betroffenen Körperteile absolvieren, eine bedeutend höhere Erfolgschance aufweist als passive Therapien, wie Massagen oder Elektrotherapie.
Zudem greifen gute Orthopäden auf edukative Massnahmen zurück, sie klären Patienten also weitestgehend über das jeweilige Gesundheitsproblem auf und nehmen ihnen so möglicherweise Ängste und Sorgen. Auch hier haben Studien gezeigt, wie wichtig solche Massnahmen für die Erfolgsaussicht sind.

Wann sollte man einen Orthopäden aufsuchen?


Ein Besuch beim Orthopäden empfiehlt sich bei anhaltenden Schmerzen in Gelenken, Muskeln, Bändern, Muskeln oder Nerven, wenn einem kein auslösendes Ereignis bekannt ist und die Schmerzen nicht selbständig wieder abklingen. Zudem sollte man bei einem traumatischen Ereignis, wie beispielsweise einem Unfall oder einer Sportverletzung, den Gang zum Orthopäden nicht scheuen, da eine frühe Versorgung die Heilungschancen steigert.
Auch bei Fragen zur Entwicklung und zum Entwicklungsstand des Kindes kann der Orthopäde als Berater zur Seite stehen, wenn unter anderem Fehlbildungen der Wirbelsäule, Füsse oder Beine möglich sind.
Anders, als häufig angenommen, muss man natürlich nicht erst warten, bis sich ein Problem wirklich manifestiert hat, Vorsorge- und Routineuntersuchung sind bei einem Orthopäden ebenfalls problemlos möglich

Fazit


Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass ein Orthopäde bei allem, was den Bewegungsapparat betrifft, aufgesucht werden sollte.