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Ursachen von Mangelzuständen

 

Manganmangel wird durch eine zu geringe Manganzufuhr mit der Nahrung oder durch eine Behinderung der Manganaufnahme im Darm verursacht.

 

a) Mangelhafte Zufuhr

 

Besonders bei der Verarbeitung von weissmehl- und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln (raffinierte Kohlenhydrate) geht ein Grossteil des Mangangehaltes verloren. Ein hoher Anteil dieser Nahrungsmittel in der täglichen Nahrung führt daher oft zu Mangel. Tierische Nahrung enthält wenig Mangan und eignet sich deshalb nicht zur Deckung des Manganbedarfs.

Der Mangangehalt unserer Böden ist äusserst gering, oft fehlt Mangan ganz. In der Folge wachsen hierzulande nur Früchte und Gemüse mit ebenfalls ungenügendem Mangangehalt. Viele unserer häufig konsumierten Nahrungsmittel können selbst unter optimalen Umständen Mangan nicht konzentrieren.

Anders enthalten tropische Früchte wie Bananen, Papaya und Mango besonders viel Mangan. Diese Früchte, die in einem sonnigen Klima wachsen, haben eine besonders gute Fähigkeit zur Photosynthese, ein Vorgang, der ohne Mangan nicht stattfinden kann.

 

b) Resorptionsbehindernde Faktoren

 

Die Manganaufnahme im Magen-Darm-Trakt wird durch die Zufuhr von Kalzium, Zink, Phosphor, Eisen, Kobalt, Cholin und Äthanol mit der Nahrung behindert. Ausserdem kann die Resorption von den Manganwerten in den Körperorganen abhängen.

Erbkrankheiten mit Enzymdefekten (z.B. Phenylketonurie) können resorptions-hemmende Auswirkungen haben und somit Ursache eines Mangelzustandes sein.

Schwermetallbelastungen (Rauchen) über längere Zeit, sowie hoher Alkoholkonsum beeinträchtigen die Manganaufnahme zusätzlich.

Auch erhöhter umweltbedingter oxidativer Stress steigert das Risiko eines Mangel-zustandes.

Ebenso können gewisse Psychopharmaka, die über grössere Zeiträume eingenommen werden, eine negative Wirkung auf den Mangangehalt haben.

Gemäss entsprechenden Untersuchungen können reduzierte Mangan-Werte mit erhöhten Aluminium-Konzentrationen im Gehirn zusammenhängen.

   

Folgen von Mangelzuständen

 

Reduktion von HDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin im Blut, Fettleber:

Manganmangel bewirkt ein Absinken des HDL-Cholesterinspiegels im Blut, liefert aber erhöhte Kalzium-, Phosphor- und Glukoseblutwerte. Aufgrund der verminderten Bildung des Blutgerinnungsproteins Prothrombin kommt es zu Blutgerinnungsstörungen.

 

Fertilitätshemmung, Wachstumsstörungen:

Im endokrinen System verzeichnet man eine reduzierte Produktion von Sexualhormonen, ebenso eine geringere Fertilität, die zum Teil bei Frauen bis zur Unfruchtbarkeit gehen kann, sowie Wachstumsstörungen und eine verkürzte Lebensdauer (beobachtet in Tieruntersuchen).

 

Dermatitis, reduziertes Haar- und Nagelwachstum:

Manganmangel verursacht auch Störungen in der Gewebestruktur und führt zum Verlust der Haarpigmentierung oder zu einer Rötlich-Verfärbung der Haare. Zusätzlich verlangsamt sich der Haar- und Nagelwuchs.  

Infektions- und Allergieanfälligkeit:

Das Immunssystem wird aufgrund einer vermindertern Antikörperbildung geschwächt und eine bereits vorliegende Allergieneigung durch Manganmangel verstärkt.

 

· Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem:

Epilepsie und Schizophrenie können Folgen eines Manganmangels sein. Ferner kommt es bei ungenügendem Mangangehalt zu Störungen der Neurotransmitter-funktion.

 

Gesteigerte Anfälligkeit für oxidative Schäden durch freie Radikale:

Da Mangan ein unverzichtbares Ingrediens des Antioxidans Superoxid-Dismutase (SOD) ist. Bei Manganmangel kommt es zu einem verminderten Schutz vor freien Radikalen.

 

Störungen in der Knorpel- und Knochenproduktion:

Ein Mangel bewirkt degenerative Knochenveränderungen. In der Folge kommt es zu einer Erniedrigung der Knochendichte, Osteoporose durch verringerte Osteoblastenaktivität, Arthrose, Rücken- und Bandscheibenbeschwerden, Gelenkschwellungen und –Vergrösserungen und Verletzungsanfälligkeit bei Sportlern.

 

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

 

PMS, Menstruationsbeschwerden:

Manganeinnahmen können Beschwerden lindern, sollten jedoch zusammen mit Calciumeinnahmen tageszeitlich getrennt erfolgen.

 

Hörschwäche, Ohrensausen

 

Gestörte Insulinsekretion, reduzierte Blutzuckerkontrolle, Glukoseintole-ranz:

Die Manganwerte bei Diabetikern belaufen sich nur etwa auf die Hälfte der Normwerte. Die bei Mangel möglicherweise entstehenden Probleme beim Glukosetransport (weniger Carrier zur Verfügung) und Glukoseintoleranz können mit einer Mangan-Supplementierung wieder behoben werden.

Bei Tieren ist als Folge von Manganmangel eine Verkümmerung der insulinabgebenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse bekannt.

 

Klinisch erkennbare Mangelerscheinungen werden aber kaum beobachtet.

   

Therapeutische Anwendungsgebiete

 

Krankheit

Bedeutung von Mangan

Asthma

Aufgrund zahlreicher Untersuchungen, bei denen sich zeigte, dass Asthmapatienten viermal niedrigere Manganwerte aufweisen, diskutiert man Mangan heute vielfach als Cofaktor für die Entstehung von Asthma.

 

Diabetes mellitus

Bei Diabetikern sind die Konzentrationen nur halb so hoch wie bei Gesunden, denn Mangan ist eine wichtiger Cofaktor der Schlüsselenzyme der Glykolyse. Ein Mangel kann zu Glukoseintoleranz führen, die durch Supplementierung wieder behoben werden kann.

 

Epilepsie

Die Mangankonzentrationen im Haar und Blut von Epileptikern sind signifikant niedriger als die Normalwerte. Eine Suppelmentierung kann heilsam sein.

 

Immundefizienz

Eine Mangan-Supplementierung kann die Aktivität der natürlichen Killerzellen und Makrophagen verbessern.

 

Osteoporose

Mangan ist notwendig für die Mineralisierung der Knochen. Ein Mangel kann mit erniedrigter Knochendichte und Anfälligkeit für Frakturen zusammenhängen, denn er bewirkt degenerative Knochenveränderungen. Osteopo-rosepatienten werden häufig mit Kalzium behandelt, welches aber mit Mangan eine Wechselwirkung eingehen kann, so dass bei Kalziumtherapien stets auch an eine Mangan-Supplementierung gedacht werden sollte. Die Einnahme dieser beiden Elemente erfolge allerdings tageszeitlich getrennt.

 

Prämenstruelles Syndrom, Menstruationsbe-schwerden

Eine Supplementierung von Mangan von täglich 1-6 mg in Verbindung mit 600-1300 mg Kalzium pro Tag (und ev. Magnesium) kann prämenstruelle Schmerzen und Stimmungsschwankungen lindern.

 

Rheumatoide Arthrose

Der Ganzkörperumsatz von Mangan bei Patienten mit rheumatoider Arthrose ist niedrig, normalisiert sich aber unter einer Kortikoidbehandlung. Im Gegensatz dazu sind aber die in den Erythrozyten gemessenen Mangan-Konzentrationen von Arthrosekranken meist höher als bei Gesunden.

 

Rücken- und Band-scheibenbeschwerden

Mangan wird benötigt zur Erzeugung von Bindegewebs-knorpel. Da auch die Bandscheiben zwischen den Wirbeln grösstenteils aus Knorpel bestehen, kann ein Mangan-mangel häufig für die heutzutage so verbreiteten Rücken-schmerzen verantwortlich gemacht werden.

 

Schizophrenie

Häufig sind bei Betroffenen die Mangan- und Zinkwerte vermindert. Eine Mangan- und Zink-Supplementierung kann sich günstig auswirken und reduziert zudem die Kupferüberlastung. Die Supplementierung kann allerdings gelegentlich den Blutdruck von über 40jährigen erhöhen oder hypertone Kopfschmerzen verursachen.

 

Tardive Dyskinesie (motorische Bewegungsstörung)

Phenothiazine sind potente Chelatoren von Mangan, das in hohen Dosen im extrapyramidalen System gefunden wird. Psychopharmaka vermögen Bindungen mit Mangan einzugehen und können zu tardiver Dyskinesie führen.

Um dieser unerwünschten Nebenwirkung gezielt entgegenzuwirken, ist deshalb bei einer Verordnung solcher Medikamente für eine ausreichende Mangan-Substitution zu sorgen. Eine chronische Mangan-Intoxikation kann aber potentiell irreversible Bewegungs- und andere neurologische Störungen verursachen.

 

Wachstumsstörungen

Ein Manganmangel kann bei Kindern zu Störungen des Körperwachstums und Knochenstrukturproblemen führen. Sogenannte Wachstumsschmerzen verschwinden oft, wenn zusammen mit Vitaminen genügend Mangan und Zink eingenommen wird. Kleine Kinder, die schlecht laufen lernen, brauchen oft eine extra Manganzufuhr.

Niedrige Manganwerte in einer frühen Entwicklungsphase verursachen eine schlechte Entwicklung des Vestibularteils des Innenohrs, welches für das Gleichgewicht zuständig ist.

 

Schlaflosigkeit

Der bei Insomniapatienten erhöhte Kupferspiegel lässt sich durch eine Supplementierung mit Zink, Mangan, Molybdän und Megavitamin C beheben, begleitende Zeichen und Symptome wie Leukonychie, Hypertonie, abnormaler Haarverlust, Depression, Paranoia, Stottern und Tremor gehen zurück, das Schlafverhalten bessert sich deutlich.

 

Transplantationen

Abstossungen von Nierentransplantationen aufgrund von durch freie Radikale verursachten Schäden am Gefässendothel und der darauf folgenden Transplantat-Arteriosklerose konnten durch humane rekombinante Superoxid-Dismutase (rhSOD), die der Spenderniere von Beginn der Neudurchblutung intraarteriell in der Menge von 200 mg zugeführt wurde, deutlich vermindert werden.

 

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